Tierhilfe Istrien

Der Hund zieht ein

So jetzt ist das neue Familienmitglied endlich angekommen, das Warten hat ein Ende, sie freuen sich, sind euphorisch und machen vielleicht Fehler die sie hinterher bereuen! Deshalb lesen sie sich unsere Tipps gut durch, sie beruhen auf jahrelanger Erfahrung mit einem Tierschutzhund, sind nicht belehrend gemeint aber im Sinne des Tieres!
 

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1. Bitte bringen sie dem neuen Familienmitglied Geduld und Verständnis entgegen, denn es hat viel nachzuholen und kennt wenig bis gar nichts, was  fortan seinen Alltag ausmachen wird. Wenn Ihr Hund  in seinem neuen Heim ankommt, hat er eine anstrengende Reise hinter sich. Die Tiere reagieren darauf ganz unterschiedlich: Manche sind kaputt und wollen sich erst einmal verkriechen und schlafen. Andere sind beinahe überdreht, und einige steigen aus der Transportbox und sagen: "Hey, endlich bin ich da – gibt es was zu futtern?"

 

Geben Sie dem Tier Raum, bedrängen Sie es nicht, lassen Sie es von sich aus auf Sie zukommen und seien Sie bitte nicht enttäuscht,wenn es nicht sofort zum kuscheln oder schmusen bereit ist! Bitte sagen sie das auch ihren Kindern!

Bereiten sie dem Hund für seine Ankunft einfach nur eine schöne Decke oder Körbchen und stellen Sie ihm Futter und Wasser bereit. Seien Sie freundlich zu ihm, aber bedrängen sie ihn nicht. Gönnen Sie ihm Abstand und lassen Sie ihn am besten einfach nur in Ruhe, damit er in Frieden ausloten kann, wo er denn eigentlich gelandet ist

Achten sie darauf die Haustür ins Schloß fallen zu lassen, das Gartentor zu schließen und alle Wege eines möglichen Ausbruchsversuchs zu verhindern - ihr Hund kennt sie nicht und ist womöglich sehr ängstlich und schwupps ist er weg! Das wäre schrecklich für sie aber am schlimmsten für das Tier!

2. Melden sie ihren Hund bei Tasso (Suchdienst www.tasso.net) an,das ist unentgeldlich und hat schon viele Hunde wieder zurück ins Zuhause gebracht !

3. Bitte versuchen sie nicht zu aufgeregt zu sein, zu laut und oder hektisch, bewegen sie sich langsam, damit ihr Hund sich nicht vor ihnen ängstigt und greifen Sie nicht von oben her nach dem Hund, sondern langsam von unten, denn sonst fühlt er sich von Ihnen bedroht!

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4. Gehen Sie nicht sofort mit dem Hund spazieren, sondern lassen Sie ihn erst ein paar Stunden zur Ruhe kommen! Ist Ihr Garten ganz SICHER und hoch genug eingezäunt, oder kann der Hund sich unter dem Zaun durchgraben oder darüberspringen? Lassen Sie ihn lieber vorsichtshalber vorerst auch im Garten nicht aus den Augen! Zum Ausführen des Hundes verwenden Sie am besten kein Halsband, aus dem er sich relativ leicht befreien kann, sondern lieber ein BRUSTGESCHIRR! Oder noch besser ein Halsband und ein Brustgeschirr, doppelt gesichert hält bekanntlich besser!

5. Nicht böse sein, wenn in den ersten Tagen etwas danebengeht - denken Sie daran, dass der Hund oftmals noch nie  in einem Haus gelebt hat, sondern vielleicht in einem Zwinger, wo er gar keine andere Wahl hatte, als in seinen Lebensbereich zu machen. Gehen sie oft mit ihm raus und loben sie ihn wie verrückt (Leckerchen) dadurch lernt er sehr schnell. Wenn es drinnen passiert, sofort mit dem Hund nach draußen gehen. Wenn Sie ein Missgeschick entdecken, drücken Sie Ihren Hund um Gottes Willen nicht mit der Nase in sein Geschäft, wie man es früher gern getan hat, das erzeugt nur Verwirrung und Angst. Achten Sie auf Anzeichen von Unruhe und merkwürdigem "Hinsetzen" (nicht alle Hunde machen sich durch Winseln oder Kratzen an der Tür bemerkbar) und gehen Sie dann sofort hinaus. Loben Sie Ihren Hund nach einem "Erfolg" begeistert, so merkwürdig die Nachbarn auch gucken mögen. Manche Hunde sind in den ersten Tagen noch so angespannt oder aufgeregt, dass sie sich nicht normal lösen, bitte haben sie Geduld und bleiben sie ruhig. Versuchen sie nicht mit aller Macht ihn dazu zu bewegen, das kommt alles von ganz allein. Je ruhiger und ausgeglichener sie sind, desto mehr spürt das ihr Hund und wird es auch!

6. Leinen Sie Ihren Hund, auch wenn er nicht ängstlich ist, in den ersten Tagen und Wochen auf keinen Fall ab! Achten Sie beim Hinausgehen immer darauf, dass der Hund erst angeleint ist, bevor Sie die Haustür öffnen. Das Gleiche gilt für das Heimkommen: Erst ableinen, wenn die Haustür hinter Ihnen geschlossen ist. Seien Sie beim Ausstieg aus dem Auto vorsichtig, mancher Hund kann es gar nicht erwarten und wuselt womöglich schneller an Ihnen vorbei, als Sie reagieren können. Warten Sie mit dem Ableinen, bis eine wirkliche Bindung entstanden ist, der Hund die Umgebung kennt und sich orientieren kann (mindestens 6 Wochen nach der Aufnahme, besser länger).

7. Bitte  sausen Sie nicht gleich nach der Ankunft mit Ihrem neuen Hund zum Tierarzt, um ihn einer gründlichen Untersuchung zu unterziehen! Unsere Hunde reisen alle in einem gesunden Zustand aus und sind geimpft, gechipt, entwurmt und gegen Parasiten behandelt! Wenn ihr Tierarzt dies alles vielleicht nochmal wiederholen will, weil er dem Auslandstierschutz nicht vertraut ist das für den Hund eine wahnsinnige gesundheitliche Belastung! Impfungen, Wurmkuren und Parasitenspots sind Chemie Bomben und sollten so wenig wie möglich verabreicht werden!

8. Lernen sie so schnell wie möglich "hundisch" zu sprechen, denn meist entstehen grobe Fehler, weil der Mensch den Hund nicht versteht! Auch nach der Vermittlung helfen wir Ihnen gerne  weiter, bitte melden Sie sich wenn Sie Fragen haben!

Viel Spaß und viel Freude mit ihrem neuen Familienmitglied